Ich lasse in diesem kleinen Blog immer mal entweder etwas Dampf ab oder teile meine IT-Erfahrungen in der Hoffnung, dass es dem einen oder der anderen ebenso helfen könnte wie mir oftmals die Suche im Internet bei vertrackten Problemen. Allerdings ist die Überschrift – und vielleicht auch der gesamte Duktus hier – möglicherweise etwas irreführend. Anlass war zwar der konkrete Problemfall in einer Open-Source-Lösung – aber letztlich ist *jede* Software, jedes Betriebssystem immer eine der beiden Varianten Pest ./. Cholera … Und trotz- und ausserdem ist es einfach unglaublich, welche technischen Möglichkeiten sich uns mit IT-Systemen heutzutage auftun.
Es gibt jedoch auch die Schattenseiten – dazu fallen mir zwei meiner Lieblingszitate ein:
Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand. (Theodor Fontane) – Früher ging das Zeugs doch nicht immer einfach kaputt. (Peter Hacks)
Ich nutze seit Ewigkeiten auf den Systemen unserer Kunden (und auf unseren eigenen) sowohl Closed- als auch Open-Source-Software – beispielsweise Postfix, Dovecot, Mailman. Letzteres (Mailman 2) lief auf einigen unserer Kundenserver ca. 20 jahre lang saustabil und unauffällig. Klar gab und gibt es Nachteile, z.B. fehlende Multi-Domain-Fähigkeit, dasselbe Passwort für alle Listen … die Web-GUI hingegen wurde zwar immer wieder als altbacken kritisiert, tat und tut es aber, und zumindest ich fand sie immer sehr einfach und selbsterklärend.
Durch Upgrades der Debian-Server von 10 auf 11 wurde Mailman (2) aber unbrauchbar. Mailman 3 habe ich über viele mühselige Installationsversuche hinweg nicht zum Laufen bekommen. Also habe ich mich an Sympa gewagt – und, ehrlich gesagt, lief es hier auch nicht so viel besser Auf dem ersten Server lief die Installation noch halbwegs glatt durch; auf zwei weiteren Systemen unter weitgehend identischen Debian-11-Grundsystemen hingegen funktionierten viele Sachen erstmal gar nicht oder nur über Umwege und nach tagelangem Gebastele – nervig!!
So sehr ich Open-Source-Software schätze und den Entwicklern dankbar bin, dass sie unentgeltlich etwas entwickeln und bereitstellen, bin ich aber auch immer wieder genervt davon, wie grottig schlecht die Software oft entwickelt bzw. unter verschiedenen Systemen getestet ist – zumindest stösst man eigentlich immer nach einigen Schritten auf Stolperfallen und Probleme. Dabei sind Installation und Konfiguration oft dermassen schlampig dokumentiert, dass man geneigt ist, doch wieder auf eine gekaufte Lösung zurückzugreifen. Aber, wie gesagt: Einem geschenkten Gaul sollte man nicht ins Maul schauen, und wir sollten und müssen den Programmierern dankbar sein für ihre Arbeit. Und gerne darf man diese auch mal finanziell unterstützen, wenn es sich anbietet 😉
Übrigens: Kürzlich sollten wir für einen Kunden die ERP/CRM-Lösung ustrich® (untermstrich®) installieren – und ich war wirklich begeistert davon, wie sauber der Installationsvorgang dokumentiert ist, siehe https://webservices.untermstrich.com/h1/de:installation:installation. Zu 99 Prozent funktionierte die Anleitung, es war wirklich eine reine Freude 🙂
